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Unterschiede zwischen einreihigen und zweireihigen Kugellagern

Ein Kugellager ist ein Wälzlager, bei dem Kugeln die Lagerringe auseinanderhalten. Seine Aufgabe besteht darin, die Rotationsreibung zu verringern und gleichzeitig Radial- und Axialspannungen aufzunehmen.

Kugellager werden üblicherweise aus Chromstahl oder Edelstahl gefertigt. Überraschenderweise finden auch Glas- oder Kunststoffkugeln in bestimmten Konsumgüteranwendungen Verwendung. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich, von Miniaturlagern für Handwerkzeuge bis hin zu großen Lagern für Industriemaschinen. Ihre Tragfähigkeit und Zuverlässigkeit werden üblicherweise als Kriterien für Kugellager herangezogen. Bei der Auswahl von Kugellagern ist es daher unerlässlich, die Betriebsbedingungen und die geforderte Zuverlässigkeit zu berücksichtigen.

Zwei Arten von Kugellagern

Es gibt zwei Haupttypen von Kugellagern: einreihige und zweireihige. Einreihige Kugellager bestehen aus einer Kugelreihe und eignen sich für Anwendungen mit relativ geringen Radial- und Axialbelastungen. Zweireihige Kugellager hingegen haben zwei Kugelreihen und werden in Anwendungen eingesetzt, die höhere Belastungen oder höhere Zuverlässigkeit erfordern.

 

Einreihige Kugellager

1. Einreihige Schrägkugellager

Diese Lager können axiale Lasten nur in einer Richtung aufnehmen und werden häufig mit einem zweiten Lager mit nicht trennbaren Ringen abgeglichen. Sie enthalten eine große Anzahl von Kugeln, um eine relativ hohe Tragfähigkeit zu erreichen.

 

Vorteile von einreihigen Schrägkugellagern:

Hohe Tragfähigkeit

Gute Laufeigenschaften

Einfache Montage von universell passenden Lagern

 

2. Einreihige Rillenkugellager

Die gebräuchlichste Bauart von Kugellagern ist das einreihige Rillenkugellager. Es findet breite Anwendung. Die Laufbahnen im Innen- und Außenring weisen Kreisbögen auf, die etwas größer als der Kugelradius sind. Neben Radialkräften können auch Axialkräfte in beide Richtungen aufgenommen werden. Aufgrund ihres geringen Drehmoments eignen sie sich besonders für Anwendungen, die hohe Drehzahlen und minimale Leistungsverluste erfordern.

 

Anwendungsgebiete von einreihigen Kugellagern:

Medizinische Diagnosegeräte, Durchflussmesser und Anemometer

Optische Encoder, Elektromotoren und zahnärztliche Handwerkzeuge

Elektrowerkzeugindustrie, Industriegebläse und Wärmebildkameras

 

Zweireihiges Kugellager

1. Zweireihige Schrägkugellager

Sie können Radial- und Axiallasten in beide Richtungen sowie Kippmomente aufnehmen und sind in einer Konstruktion ausgeführt, die mit zwei Rücken an Rücken angeordneten einreihigen Lagern vergleichbar ist. Zwei einzelne Lager benötigen oft zu viel axialen Bauraum.

 

Vorteile eines zweireihigen Schrägkugellagers:

Der geringere axiale Raum ermöglicht die Aufnahme von Radial- und Axiallasten in beide Richtungen.

Lageranordnung mit hoher Spannung

Ermöglicht Kippmomente

 

2. Zweireihige Rillenkugellager

Konstruktionsbedingt ähneln zweireihige Rillenkugellager einreihigen Rillenkugellagern. Ihre tiefen, durchgehenden Laufbahnen sind eng an die Kugeln angepasst, wodurch die Lager radiale und axiale Belastungen aufnehmen können. Diese Kugellager eignen sich ideal für Lagersysteme, bei denen die Tragfähigkeit eines einreihigen Lagers nicht ausreicht. Zweireihige Lager der Baureihen 62 und 63 sind etwas breiter als einreihige Lager mit gleicher Bohrung. Zweireihige Rillenkugellager sind ausschließlich als offene Lager erhältlich.

 

Anwendungsgebiete von zweireihigen Kugellagern:

Getriebe

Walzwerke

Hebezeuge

Maschinen in der Bergbauindustrie, z. B. Tunnelbohrmaschinen

 

Hauptunterschiede zwischen ein- und zweireihigen Kugellagern

Einreihige KugellagerKugellager sind die gebräuchlichste Art von Lagern. Diese Lager besitzen eine Reihe von Wälzkörpern und sind einfach konstruiert. Sie sind nicht zerlegbar, für hohe Drehzahlen geeignet und langlebig. Sie können sowohl Radial- als auch Axialbelastungen aufnehmen.

Doppelreihige KugellagerSie sind robuster als einreihige Lager und können höhere Belastungen aufnehmen. Diese Lagerart kann Radial- und Axialbelastungen in beide Richtungen aufnehmen. Sie hält die axiale Bewegung von Welle und Gehäuse innerhalb des Lagerspiels. Allerdings sind sie auch komplexer konstruiert und erfordern präzisere Fertigungstoleranzen.

Um eine einwandfreie Funktion zu gewährleisten, müssen alle Kugellager einer Mindestbelastung standhalten, insbesondere bei hohen Drehzahlen, starken Beschleunigungen oder schnellen Lastrichtungsänderungen. Die Trägheitskräfte der Kugel und des Käfigs sowie die Reibung im Schmierstoff beeinträchtigen das Wälzverhalten des Lagers, wodurch eine Gleitbewegung zwischen Kugel und Laufbahn entstehen und das Lager beschädigt werden kann.


Veröffentlichungsdatum: 06.09.2023